Krankenversicherungen in Deutschland

Grundsätzlich hat jeder das Recht, seine gesetzliche Krankenkasse frei zu wählen. Bis zum Dezember 2014 mussten alle gesetzlichen Krankenversicherer einen einheitlichen Beitragssatz erheben. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen die Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherern also bei den Leistungen, die über das vorgeschriebene Mindestmaß hinausgingen.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt jedoch ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6 % des Bruttoeinkommens. Allerdings dürfen gesetzliche Krankenkassen, deren Zuwendungen aus dem Gesundheitsform nun so gering sind, dass die Erfüllung ihrer Aufgaben gefährdet ist, von den Versicherten einen zusätzlichen Beitrag verlangen. Somit müssen Versicherte auch bei den Tarifen genauer hinschauen. Das macht einen Wechsel von einer gesetzlichen Krankenversicherung zu einer anderen in vielen Fällen noch attraktiver. Dieser Artikel erläutert, worauf wechselwillige Versicherte achten und was sie in Kauf nehmen müssen.

Fristen und weitere Wechselbedingungen

Eins muss in jedem Fall beachtet werden: Eine Kündigung bei der alten Krankenkasse ist generell erst möglich, wenn die Mitgliedschaft dort mindestens 18 Monate bestanden hat. Diese Mindestdauer gilt auch für jede weitere Mitgliedschaft bei einem gesetzlichen Krankenversicherer. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn die bisherige Krankenkasse zum ersten Mal den oben beschriebenen Zusatzbeitrag erheben will. Der Zusatzbeitrag muss den Versicherten mindestens einen Monat vor seiner ersten Fälligkeit mitgeteilt werden. Die Informationspflicht der gesetzlichen Krankenkassen wird noch erweitert, wenn dieser zusätzliche Beitragssatz den durchschnittlichen Zusatzbeitrag aller gesetzlichen Krankenkassen von 0,9 % übersteigt: In diesem Fall müssen die Versicherten ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass sie in eine kostengünstigere Krankenkasse wechseln können.
Versicherte, die vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen wollen, können auf das Angebot der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zurückgreifen, die per Download ein entsprechendes Musterschreiben zur Verfügung gestellt hat (www.verbraucherzentrale.de). Aber auch hier gilt: keine Regel ohne Ausnahme. Wenn gesetzlich Versicherte einen der speziellen freiwilligen Wahltarife vereinbaren, binden sich automatisch für bis zu drei Jahre an ihre Krankenkasse. Außerdem verlieren sie ihr Sonderkündigungsrecht (siehe oben).

Krankenversicherte müssen eine Kündigungsfrist von weiteren zwei Monaten zum Ende des Kalendermonats einhalten. Beispiel: Wird eine Krankenversicherung im April gekündigt, kann man erst zum 1. Juni bei der künftigen Krankenkasse Mitglied werden. Während dieser Zeit können sie sich einen neuen Krankenversicherer suchen. Gelingt ihnen das nicht, wird die Versicherung bei der bisherigen Krankenkasse fortgeführt. Die Unzufriedenheit über die Leistungen der derzeitigen Krankenkasse berechtigt nie zu einer fristlosen Kündigung. Versicherte sollten ihre Erwartungen daher an die gesetzliche Situationen anpassen: Vorgeschrieben sind nämlich lediglich Leistungen, die wirtschaftlich, zweckmäßig und ausreichend erbracht werden müssen.

Die freie Wahl der Krankenkasse - gilt sie in jedem Fall?

Grundsätzlich haben Versicherte die Wahl zwischen allen gesetzlichen Krankenkassen. Allerdings legen die Satzungen einzelner Kassen einige Begrenzungen fest: Sie beschränken ihr Angebot regional oder auf bestimmte Berufsgruppen. Bei Innungskrankenkassen ist diese Beschränkung auf einzelne Berufe besonders häufig anzutreffen.

Darauf muss bei der Wahl der neuen Krankenkasse geachtet werden

Gesetzliche Krankenkassen sind dazu verpflichtet, ein bestimmtes Leistungsspektrum abzudecken. Unterschiede gibt es jedoch bei den freiwilligen Zusatzleistungen, der Möglichkeit von Wahlleistungen oder dem Kundenservice. Hier kann kein allgemein gültiger Rat gegeben werden, weil jeder Versicherte selbst entscheiden muss, welche Kriterien ihm wichtig sind. Wie bereits oben erläutert, ist zum 1. Januar 2015 die unterschiedliche Beitragsstruktur als weiteres Entscheidungsmerkmal hinzugekommen.

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